(NHL) Wenn die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei Olympia aufs Eis geht, sind nicht nur die Fans vor den Fernsehern gespannt, sondern auch die Verantwortlichen von Deutschlands höchster Spielklasse, der DEL. Der Grund: Die Liga hofft nach der Heim-WM 2017 auf einen weiteren Schub. Die Zuschauerzahlen wachsen, im internationalen Vergleich aber sind andere Ligen, was sowohl Zuschauerzahlen als auch Spielqualität anbelangt vorne - allen voran die Nordamerikanische Eishockey Liga NHL.
Die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang sind im vollem Gange. Erste Medaillenerfolge aus deutscher Sicht wurden bereits verbucht und noch sind längst nicht alle Paradedisziplinen absolviert. Beendet werden die Winterspiele traditionell mit dem Finale der Eishockey-Herren. Die deutsche Auswahl gilt bei Sportwetten bestenfalls als Underdog, die Top-Favoriten sind freilich andere Nationen, und zwar jene, die die meisten Spieler in die Topligen, abstellen. Diese Winterspiele versprechen allerdings Spannung, auch weil die NHL keine Spieler für das Turnier freigibt.
Und auch wenn Olympia eine lange Eishockey-Geschichte hat, ohne NHL-Stars scheint das Olympische Feuer etwas an Strahlkraft verloren zu haben. Schließlich gelten diese Spieler zu Recht nach wie vor als die Besten der Welt. Für einen europäischen Eishockey-Spieler ist es freilich ein Segen, wenn sich ihm die Möglichkeit bietet, in der besten Liga der Welt für gutes Geld spielen zu können. Für die europäischen Ligen dagegen ist es ein Debakel. Während die schwedische und finnische Liga Spielermaterial für NHL liefern, fungiert die DEL noch immer als Anlaufstelle für Spieler, die es in Übersee nicht geschafft haben.
Die WM zeigte zuletzt, dass Länderauswahlen, die ohne NHL-Akteure antreten, zumeist ohne Titelchance sind. Italien und Slowenien, das ohne NHL-Profi Anze Kopitar anreiste, konnte bei der Weltmeisterschaft nicht einen einzigen Sieg einfahren. Auch die Dänen, die mit Nikolaj Ehlers lediglich auf einen NHL-Profi zurückgreifen konnten, blieben hinter den Erwartungen zurück und verpassten das Viertelfinale. Deutschland lieferte als einziger Außenseiter eine ordentliche Leistung ab und packte immerhin den Sprung in die Runde der letzten Acht. Das lag allerdings auch daran, dass immerhin fünf NHL-Profis mit von der Partie waren.
Das macht freilich Hoffnungen für Olympia, auch wenn eine Podiumsplatzierung schwierig werden könnte, für die Entwicklung in der heimischen DEL stellt das allerdings ein Problem dar. Zwar dürfte ein gutes Olympia-Abschneiden für steigendes Interesse an der DEL und damit auch für mehr Zuschauer sorgen, zu einem derartigen Plus an Mehreinnahmen wird aber auch das nicht führen, so dass man es im Werben um Spieler mit der NHL kaum wird aufnehmen können. Zum Vergleich: Thomas Greiss verdient bei den New York Islanders in drei Jahren rund zehn Millionen US-Dollar. Das ist mehr, als das gesamte Team der Straubing Tigers in einer Spielzeit verdient.
Neben dem finanziellen Aspekt ist es für die Vereine hierzulande kein Leichtes, junge Talente zu finden. Die Nachwuchsförderung in Deutschland kritisierte bereits Bundestrainer Marco Sturm, der an den Deutschen Eishockey-Bund, die Landesverbände und die DEL appellierte, mehr in die Ausbildung guter Jugendtrainer zu investieren.
In einem aber ist die DEL absolute Spitze und zwar bei den Fans. Während der US-amerikanische Stadion-Gast wenig fanatisch ist, bietet sich in Deutschland eine unglaubliche Arena-Atmosphäre, geprägt von Lärm, Gesang und Enthusiasmus der Fans.
| www.icehockeypage.de | www.eishockey.news | Informationen zum Thema | ||
|
- - - |












