(NHL) Wenige Franchises in der NHL-Geschichte warten mit der Bilanz der Detroit Red Wings auf. Der elfmalige Stanley Cup Sieger blickt auf eine Vergangenheit voller Glanzlichter und fantastischer Spieler wie Steve Yzerman, Gordie Howe oder Nicklas Lidström. Dieser Glanz ist schon seit einiger Zeit arg verblasst. Die neue Arena macht Hoffnung, doch wird sie überhaupt voll?
Erstmaliges Verpassen der Playoffs
25 Jahre lang hielt der unfassbare Lauf an, danach war es auch für die Detroit Red Wings nicht mehr möglich, ihn am Leben zu halten. Zum ersten Mal seit 1990 verpasste das Team aus Michigan die Playoffs. Während manche dies als Konsequenz des steten Qualitätsverlustes sehen, der spätestens mit dem Abgang von Pavel Datsyuk seinen negativen Höhepunkt erreichte, möchten andere der Realität nicht ins Auge sehen. General Manager Ken Holland, der schon lange keinen Fan mehr überzeugt, aber unendlich Kredit bei den Besitzern zu haben scheint, verbrachte den Sommer mit weiteren Geschichten von Playoff-Ambitionen für 2017/18. Die Quoten der Eishockey-Wetten bei bet365 sehen das nach dem Penguins-Triumph etwas anders: Eine Meisterschaftsquote von 81,00 (Stand 11. September) ist wohl die geringste, die es jemals zu bestaunen gab.
Ganz ohne Grund versucht Ken Holland den Fans natürlich keine Hoffnung zu machen. Das Team zieht zur neuen Spielzeit in die Little Caesars Arena um und möchte dort die Sitze genauso füllen, wie es noch zu Hochzeiten der Joe Louis Arena der Fall war. Während die neue Arena glänzend als eine der modernsten ihrer Art daherkommt, kann der derzeitige Kader nicht mithalten, egal was die Verantwortlichen auch erzählen mögen.
Probleme, Probleme, vor allem in der Defensive
Während Henrik Zetterberg noch immer als fantastischer Kapitän auftritt und die jungen Spieler exzellent führt, sind andere nicht annähernd auf seinem Niveau zu finden. Von Spielern wie Tomas Tatar, Gustav Nyquist oder Riley Sheahan wurde eine deutlich größere Entwicklung erwartet als sie zu zeigen imstande waren. Diese Stagnation der eigentlich talentierten jungen Spieler zieht sich durch das ganze Team und wurde schließlich von einem schwächeren Jahr der Rookie-Sensation Dylan Larkin abgerundet. Es bedarf einer klaren Steigerung der Stürmer, doch das eigentliche Problem liegt in der Defensive. Seit dem Abgang von Nicklas Lidström sind die Red Wings vor dem eigenen Tor ein Desaster. Insbesondere die Knieprobleme des eigentlichen Führungsspielers Niklas Kronwall machen sich immer mehr negativ bemerkbar.
Die Free-Agent-Verpflichtung Trevor Daley sollte vor allem offensiv weiterhelfen, doch hier hatte man mit Mike Green ohnehin schon einen Spezialisten im Kader. Ein #1- oder #2-Abwehrspieler fehlt an allen Ecken und Enden und ist auch via Trade nur extrem unwahrscheinlich zu bekommen. Kein anderes Team wird einen solchen Mann ohne Not abgeben. Des Weiteren fehlen den Red Wings ohnehin die Spieler, die tatsächlich einen Mehrwert für andere Teams in einem Trade darstellen würden. Man wäre verrückt, einen Anthony Mantha abzugeben, der als einer der besten kommenden Power Forwards gehandelt wird. Insofern bleibt nur ein Weg für die schwächelnden Detroiter: Bau des Teams durch den Draft. Dass dies zuletzt auch eher mäßig mit Erfolg durchzogen war, passt ins Bild. Geht der Weg der Detroit Red Wings bald wieder nach oben oder müssen sich die Fans auf einen langen Verbleib im Keller einstellen?
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