Lubomir Vitosek wird neuer Nachwuchstrainer
(BYL) Mit Lubomir Vitosek hat der EHC Waldkraiburg erneut einen hauptamtlichen Kinder- und Jugendtrainer verpflichtet. Der Tscheche bringt dabei einen Erfahrungsschatz mit, der weit über die Grenzen Bayerns hinausreicht. In seiner bisherigen Laufbahn arbeitete er in mehreren europäischen Ländern, war unter anderem in Polen und Russland tätig und wirkte dort nicht nur als Trainer, sondern auch an der Ausbildung anderer Trainer mit. Nun soll er seine Erfahrungen in Waldkraiburg einbringen und die Nachwuchsarbeit der Löwen weiterentwickeln.
Wir haben kurz nach seinem Eintreffen mit ihm über seinen Weg nach Waldkraiburg, seine Trainingsphilosophie und seine Ziele für die Zukunft gesprochen.
Herr Vitosek, herzlich willkommen in Waldkraiburg. Wie kam der Kontakt zum EHC zustande?
Der Kontakt entstand über Jakub Revaj. Nach vielen Jahren in Polen und Russland war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Nach dem Beginn des Krieges war eine Rückkehr nach Russland keine Option mehr. Nach über zwanzig Jahren kehrte ich zunächst in meine Heimat Tschechien zurück und erinnerte mich daran, dass Jakub in Deutschland spielt. So entstand der Kontakt nach Waldkraiburg.
Sie sagen, dass Sie in Polen alles erreicht hatten, was für Sie möglich war. Was meinen Sie damit?
In Warschau habe ich eine Organisation mit aufgebaut und war dort sowohl als Sportdirektor als auch als Trainer tätig. Viele Spieler, die später für die polnische Nationalmannschaft aufliefen, habe ich selbst trainiert. Auch ehemalige Nationalspieler wie Jacek Płachta arbeiteten mit mir zusammen. Irgendwann war jedoch klar, dass sich das Projekt ohne die notwendige Infrastruktur nicht weiterentwickeln konnte. Danach erhielt ich das Angebot aus Russland.
Dort waren Sie ebenfalls an bedeutenden Projekten beteiligt.
Ja. In Russland habe ich an der Entwicklung von „Krasnaja Machina“ mitgewirkt. Dabei handelt es sich um ein umfassendes Ausbildungskonzept vom jüngsten Nachwuchs bis in den Erwachsenenbereich. Das Ziel war es, ein einheitliches System für die Spielerentwicklung zu schaffen. Solche langfristigen Konzepte sind für den Erfolg einer Nachwuchsarbeit sehr wichtig.
Sie sind erst seit kurzer Zeit in Waldkraiburg. Welchen Eindruck haben Sie bislang gewonnen?
Noch wäre es zu früh für ein abschließendes Urteil. Deshalb bin ich bewusst schon jetzt nach Waldkraiburg gekommen. Ich möchte die Kinder, die Trainer und die bestehenden Strukturen kennenlernen. Ich komme nicht hierher, um alles auf den Kopf zu stellen. Zunächst möchte ich verstehen, wie das System funktioniert. Danach kann man sehen, wo man sinnvoll ergänzen kann und welche Synergien sich schaffen lassen.
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